Das Titelmaterial der Hessischen Bibliographie

Die Hessische Bibliographie ist eine Literaturdokumentation. Erfasst werden Bücher, Aufsätze aus Zeitschriften und Tageszeitungen, Einzelbeiträge aus unterschiedlichen Sammelwerken (Festschriften, Handbücher, Konferenzschriften usw.), Karten sowie audiovisuelle und elektronische Publikationen. Seit Berichtsjahr 1977 sind insgesamt ca. 153.000 Veröffentlichungen nachgewiesen, jährlich kommen ca. 5.700 Titelnachweise hinzu.

Seit Band 7 (1983) werden zusätzlich zu den Nachträgen aus den vorangegangenen Berichtsjahren der Hessischen Bibliographie auch Titel angezeigt, die in dem 1984 abgeschlossenen vierbändigen Schrifttum zur Geschichte und geschichtlichen Landeskunde von Hessen (Berichtszeitraum 1965-1976) nicht verzeichnet sind.

Die 5 Pflichtexemplarbibliotheken in Kassel, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt wählen das monographische Material aus den abgelieferten Pflichtexemplaren aus, erfassen und klassifizieren es. Daneben werden unter Beteiligung der Universitätsbibliotheken in Marburg und Gießen ca. 700 Zeitschriften laufend durchgesehen, während die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main das außerhalb Hessens erschienene, auf Hessen bezogene monographische Titelmaterial erfasst und systematisiert.

Kriterien der Literaturauswahl

Es muss ein inhaltlich-räumlicher Bezug zu Hessen, einzelnen Orten oder Regionen des Landes oder hessischen Persönlichkeiten gegeben sein. Dabei sind ehemals hessische, sogenannte "historische" Regionen einbezogen, soweit die erfasste Literatur die Zeit der Zugehörigkeit zu Hessen trifft.

Der inhaltliche Bezug wird weit ausgelegt und umfasst praktisch alle Lebensbereiche. Gleichberechtigt neben historisch orientierten Untersuchungen stehen Beiträge zu aktuellen Gegenwartsfragen.

Soweit der inhaltlich-räumliche Bezug gegeben ist, wird ein Titel in aller Regel auch bibliographisch verzeichnet. Ausgenommen werden allerdings solche Publikationen, die von nur sehr peripherem Interesse sind. Beurteilungskriterien hierfür sind vor allem der Umfang und die Form der Informationen.

Formale und inhaltliche Erschließung

Die Titel werden auf Grundlage der Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken (RAK-WB) formal erschlossen und angezeigt.

Die inhaltliche Erschließung erfolgt nach einer fein gegliederten, auf die Bedürfnisse einer Regionalbibliographie zugeschnittenen Systematik. Es handelt sich um eine bibliothekarische Systematik, deren Feingliederung am für Hessen ermittelten Literaturaufkommen im jeweiligen Fachgebiet ausgerichtet ist. Sie umfasst derzeit etwa 1200 Systemstellen, die in eine 4-stufige Hierarchie eingegliedert sind.

Außer dieser Fachsystematik im engeren Sinne kann auch der räumliche Aspekt als eine zusätzliche Facette in der inhaltlichen Erschließung angesehen werden.

Eine weitere sachliche Feingliederung und damit die Möglichkeit einer sehr differenzierten Inhaltsrecherche bieten die annotierenden Schlagwörter, die zusätzlich frei vergeben werden können. Die Ansetzung dieser Schlagwörter erfolgt seit 1986 in Anlehnung an die Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK), hrsg. vom Deutschen Bibliotheksinstitut.

Die gedruckten Bände der Hessischen Bibliographie

Seit dem Beginn der Berichtszeit der Hessischen Bibliographie mit dem Jahr 1977 sind insgesamt 24 gedruckte Jahresbände erschienen, zuletzt Band 24 mit Berichtsjahr 2000. Mit diesem Band wurde die Druckausgabe der Hessischen Bibliographie aufgegeben. Die aktuelle Bibliographie wird seitdem ausschließlich in elektronischer Form angeboten.

Die gedruckten Bände sind nicht mehr über den Buchhandel erhältlich.

Landesbibliographische Berichterstattung in Hessen ab 1965

Als erstes gesamthessisches Literaturverzeichnis erschien 1965-1968 Karl Ernst Demandts dreibändiges Schrifttum zur Geschichte und geschichtlichen Landeskunde von Hessen in den Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau als ergänzende Literaturübersicht zu seiner 1959 veröffentlichten Geschichte des Landes Hessen. In den Jahren 1973-1984 erschienen vier Fortsetzungsbände als Dreijahreskumulationen mit Berichtszeitraum 1965-1976 in der Bearbeitung Winfried Leists bzw. Wolfgang Podehls. Das Verzeichnis wendet sich in erster Linie an historisch orientierte Benutzer und ist sachlich überwiegend historisch ausgerichtet.

Mit dem 1979 vorgelegten ersten Band der Hessischen Bibliographie mit Berichtszeitraum 1977 begann ein neuer Abschnitt der bibliographischen Berichterstattung in Hessen. Er war vor allem durch die Ausweitung der Verzeichnung des regionalen Schrifttums auf alle Gebiete des modernen Lebens und durch den Einsatz elektronischer Verarbeitungstechniken gekennzeichnet.

Die für die Hessische Bibliographie verwendeten Programme wurden gemäß dem Entwicklungsstand der EDV dieser Zeit auf einem Großrechner im Offline-Batch-Verfahren betrieben. Insgesamt wurden auf diese Weise fünfzehn Bände produziert, die in München im Sau

Die für die Hessische Bibliographie verwendeten Programme wurden gemäß dem Entwicklungsstand der EDV dieser Zeit auf einem Großrechner im Offline-Batch-Verfahren betrieben. Insgesamt wurden auf diese Weise fünfzehn Bände produziert, die in München im Saur Verlag erschienen. Mit ihrem Inhalt konnte von 1981 bis 1989 eine online-Datenbank mit Datex-P-Zugriff betrieben werden.Diese machte es möglich, dass die gesamte Erstellung und Verarbeitung bis hin zur Druckausgabe in Eigenleistung in der Zentralredaktion durchgeführt werden konnte. Insgesamt wurden mit ABACUS neun gedruckte Bände erfasst und produziert, bis mit Band 24 (2000) im Jahr 2002 die Druckausgabe aufgegeben wurde.

In den Jahren 1991-1996 wurde die Datenbank der Hessischen Bibliographie bei FIZ Karlsruhe/STN International aufgelegt, musste aber aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden. Als Reaktion darauf wurde 1999 in Zusammenarbeit mit dem Saur Verlag, München, eine CD-ROM mit dem Material der Bände 1 (1977) – 21 (1997) produziert.

Im Jahr 2001 wurde eine neue Datenbank namens Hessendata mit von Michael Piegenschke entwickelten Programmen auf einem Server der Universitätsbibliothek Frankfurt aufgelegt. Im März 2003 wurde die Datenbank in den Metakatalog der Landesbibliographien, die Virtuelle Deutsche Landesbibliographie beim Karlsruher Virtuellen Katalog, eingebunden.

Mit der Einstellung der Druckausgabe entfiel die Notwendigkeit, das PC-Programmsystem ABACUS einsetzen zu müssen. Daher begannen im Juni 2003 die Arbeiten zur Migration der Hessischen Bibliographie in das HeBIS-Verbundsystem.

Ende des Jahres 2003 waren die Migrationsarbeiten soweit abgeschlossen, dass Anfang Januar 2004 mit der Katalogisierung von Neuzugängen in die Produktionsdatenbank des Verbundes begonnen werden konnte. Im Mai 2004 konnte die Hessische Bibliographie als gesonderter Bestand des HeBIS-Verbund-OPACs angeboten werden. Zum gleichen Zeitpunkt konnte der OPAC der Hessischen Bibliographie wiederum in die Virtuelle Deutsche Landesbibliographie eingebunden und Anfang Juni 2004 freigeschaltet werden.