Hessische Landesbibliothek WiesbadenDie Landesbibliothek hat die Aufgabe, die Bevölkerung der hessischen Landeshauptstadt und ihrer Region mit Informationen und Literatur aus allen Wissensgebieten zu versorgen; im Rahmen des regionalen Pflichtexemplarrechts landeskundliches, insbesondere nassauisches Schrifttum zu sammeln sowie sonstige landesbibliothekarische Verpflichtungen (Teilnahme am Hessischen Bibliotheks- und Informationssystem HEBIS, Mitarbeit in bibliothekarischen Verbänden usw.) zu erfüllen.
Zu den Benutzerinnen und Benutzern der Landesbibliothek gehören ebenso Schüler, Studenten und Wissenschaftler wie berufstätige Akademiker, Firmen, Behörden und weitere gesellschaftliche Gruppen. Ihnen allen will die Bibliothek die Literatur vermitteln, die sie für ihre berufliche und private Weiterbildung, für die Tätigkeit in Lehre und Forschung, für die Arbeit in Schule, Verwaltung und Beruf und schließlich auch zur Unterhaltung und Entspannung benötigen. Die aktuelle Entwicklung der Landesbibliothek wird fortlaufend in Jahresberichten dokumentiert.
1730 erwirbt Charlotte Amalie von Nassau-Usingen eine private Büchersammlung und richtet eine verwaltungsinterne Regierungsbibliothek ein.
seit 1803 erhält die Bibliothek, mittlerweile nach Wiesbaden in das alte Schloss verlegt, im Zuge der Säkularisation erheblichen Zuwachs aus den Klosterbibliotheken des Umlands.
1813 wird die Bibliothek erstmals öffentlich zugänglich gemacht; sie erhält Namen und Rang einer Herzoglich Nassauischen Öffentlichen Bibliothek.
1813 gilt daher als das eigentliche Gründungsjahr der Hessischen Landesbibliothek. Acht Jahre später zieht die Bibliothek ins Erbprinzenpalais um.
1866 wird Nassau durch Preußen annektiert. Die Bibliothek geht in preußische Verwaltung über und erhält den Namen Königliche Bibliothek Wiesbaden.
1900 übernimmt die Stadt Wiesbaden die Bibliothek und benennt sie in Nassauische Landesbibliothek um.
1913 erhält die Bibliothek endlich ein eigenes Gebäude, in dem sie sich auch heute noch befindet.
1938 wird der Bezirksverband für den Regierungsbezirk Wiesbaden Träger der Bibliothek.
1940 lagert die Bibliothek in der Annahme, der Krieg werde sich vornehmlich im Westen abspielen, zahlreiche wertvolle Altbestände (darunter der "Riesenkodex" und eine weitere Handschrift mit Werken Hildegards von Bingen aus dem 12. Jahrhundert) aus Sicherheitsgründen nach Dresden aus. Russische Truppen transportieren diese Bestände 1945 mit Ausnahme des "Riesencodex", der auf dramatische Weise in die amerikanische Besatzungszone geschmuggelt und in die Landesbibliothek zurückgebracht werden kann, in die Sowjetunion ab. Seitdem sind sie verschollen.
1963 erhält die 1953 vom Land Hessen übernommene Bibliothek ihren heutigen Namen: Hessische Landesbibliothek Wiesbaden.
1987 hält die EDV Einzug in die Bibliothek.
1999 tritt die Bibliothek mit einer neuen Homepage im Internet auf. Unter der Adresse http://www.hlb-wiesbaden.de ist es bequem möglich, vom heimischen PC aus in den Katalogen der Bibliothek zu recherchieren sowie gewünschte Bücher zu bestellen, zu verlängern oder vorzumerken. Außerdem informiert die Homepage über sämtliche Dienstleistungen und Daten der Bibliothek und bietet weiterführende Links zu zahlreichen anderen Bibliotheken und Datenbanken weltweit. Damit hat die Landesbibliothek rechtzeitig zu Beginn des neuen Jahrtausends einen entscheidenden Schritt auf ihrem Weg zu einem modernen Literatur- und Informationszentrum für alle getan.
Magazin
Die Bestände der Landesbibliothek umfassen Bücher, Zeitschriften (in
gedruckter und elektronischer Form), Videos, DVDs, Hörbücher, Musik-CDs, Karten, Noten und andere Medien. Die über 700.000 Bände sowie die
mehr als 3.000 laufenden Zeitschriften und Zeitungen werden zum größten Teil in einem siebenstöckigen Magazin auf insgesamt 19.000 Metern Regalfläche aufbewahrt.
Einen wichtigen Teil unserer Bestände bildet die moderne wissenschaftliche Grundlagenliteratur. Die überwiegend deutschsprachigen Publikationen verteilen sich auf nahezu alle Wissensgebiete und Fachrichtungen. Ergänzend dazu bieten wir bedeutende Gegenwartsliteratur (Romane, Erzählungen, Gedichte) sowie Sachbücher, Ratgeber, Reiseführer, Sprachkurse usw. an.
Ca. 2000 elektronische Zeitschriften stehen Ihnen bei uns im Hause online zur Verfügung.
Große Bedeutung hat auch unsere Sammlung landeskundlicher und nassauischer Literatur sowie unser wertvoller Altbestand an juristischer, medizinischer und geisteswissenschaftlicher Literatur (vor allem des 19. Jahrhunderts).
In einem besonders gesicherten Teil unseres Magazins bewahren wir schließlich den vielleicht wertvollsten Teil unserer Bestände auf: 325 Handschriften, 433 Inkunabeln, 6.065 Autografen und 273 weitere seltene Werke. Ein großer Teil der Bestände stammt aus säkularisierten Klosterbibliotheken des mittelrheinischen und nassauischen Raumes.
Die nicht so häufig genutzten Teile unseres Altbestands befinden sich in einem Ausweichmagazin in Frankfurt, das einmal wöchentliche mit einem Bücherauto angefahren wird.
Sie finden unsere Bestände in folgenden Katalogen:
* Titel mit Erscheinungsjahr ab 1981: OPAC
(Online-Publikumsverkehr)
* Titel mit Erscheinungsjahr vor 1981: HeBIS-Retro.
Alle Bestände können Sie entweder bei uns am PC oder an Ihrem persönlichen Arbeitsplatz direkt via Internet bestellen.
Die Bibliothek liegt sehr zentral am Rande der Fußgängerzone und in unmittelbarer Nähe zu den großen Einkaufszentren Wiesbadens. Direkt vor dem Gebäude befindet sich die Bushaltestelle "Landesbibliothek", die von den Buslinien 3, 6, 16, 26, 33 und 36 angefahren wird.
Hessische Landesbibliothek Wiesbaden
Rheinstrasse 55/57
65185 Wiesbaden
Komm. stellv. Leiter: Marko Knepper
Telefon: 0611/ 334 - 2670
Telefax: 0611/ 334 - 2694
weitere Informationen unter: www.hlb-wiesbaden.de