Die Hochschul-
und Landesbibliothek FuldaDie Geschichte der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda begann neu am 1.1.2001. An diesem Tag wurde die bis dahin selbständige Hessische Landesbibliothek in die Fachhochschule integriert und zusammen mit der nunmehr auch ehemaligen Fachhochschulbibliothek entstand die neue HLB an zwei Standorten. Bis zu einem mittelfristig geplanten Neubau unter Beibehaltung des Bibliotheksgebäudes der ehemaligen Landesbibliothek erfüllt die neu entstandene Bibliothek ihre vielfältigen Aufgaben an zwei Standorten: Marquardstraße und Heinrich-von-Bibra-Platz. Ihre landesbibliothekarischen Aufgaben erfüllt die HLB am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz.
Beide Bibliotheksteile haben ihre Geschichte. Die Geschichte der ehemaligen Hessischen Landesbibliothek Fulda als der kleinsten wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek in Hessen reicht bis ins 18. Jh. zurück: 1778 gründete Fürstbischof Heinrich von Bibra die Öffentliche Bibliothek mit Beständen, die großenteils nach dem Dreißigjährigen Krieg in der Konventsbibliothek, der Hofbibliothek, Teilen der 1773 aufgehobenen Jesuitenbibliothek und der Bibliothek des Päpstlichen Seminars in Fulda gesammelt worden waren. Hinzu kamen private Stiftungen, die reiche Sammlung der Pfarrkirche in Hammelburg und nach der Säkularisierung von 1802/03 weitere Kirchenbibliotheken aus dem Umland mit wertvollen Handschriften und alten Drucken.
Von der einstmals berühmten Fuldaer Klosterbibliothek waren schon zum Zeitpunkt der Bibliotheksgründung kaum noch Bände vorhanden. Sie gingen zum größten Teil während des Dreißigjährigen Krieges verloren. Wichtigen Zugewinn erhielt die Bibliothek durch 1560 Bände aus dem Kloster Weingarten am Bodensee: 1802 wurde der Erbstatthalter von Holland, Wilhelm V. von Nassau-Oranien-Dillenburg, für den Verlust seiner holländischen Herrschaft mit dem Fürstentum Fulda sowie Weingarten und Corvey entschädigt. Teile der Weingartener Bibliothek wurden nach Fulda überführt, darunter 146 Handschriften des 10. bis 13. Jahrhunderts. Sie bilden zusammen mit den bonifatianischen Codices und einem auf Pergament gedruckten Exemplar der Gutenberg-Bibel (AT) die Glanzpunkte der Schausammlung der HLB. Ein weiterer Glücksfall für die Bibliothek war die Erwerbung der Schwankschen Stiftung Ende des 19. Jh.s mit 7.300 z. T. seltenen und alten Drucken, darunter vielen zur Geschichte Fuldas und 209 Handschriften.
Die HLB besitzt zudem die deutschland-, vermutlich aber auch weltweit größte Sammlung von Drucken des 16. Jh.s der Werke des Humanisten Ulrich von Hutten (1488-1523), sowie eine hohe Anzahl späterer Ausgaben und Sekundärliteratur. Zusammen mit einer beträchtlichen Anzahl von frühen Ausgaben der Werke Luthers und anderer Reformatoren stellen diese Drucke, Handschriften und Bildnisse einen nicht zu vernachlässigenden Fundus wichtiger geistesgeschichtlicher Quellen dar.
Zu den landesbibliothekarischen Aufgaben gehört die Versorgung der Bewohner der Region Osthessen, traditionsgemäß auch mittelhessischer sowie seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze auch westthüringischer Gebiete, mit wissenschaftlicher Literatur.
Die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda besitzt das Pflichtexemplarrecht für den Großraum Fulda, d.h. alle Verleger (auch Selbstverleger) müssen der HLB ein Exemplar der bei ihnen erschienenen Werke unentgeltlich zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sind Bücher und Schriften über die Region Fulda weitgehend vollständig vorhanden. Die HLB Fulda arbeitet an der Hessischen Bibliographie mit. Zu diesem Zweck werden alle Bücher und Zeitschriftenaufsätze mit Hessenbezug erfasst, die im Pflichtexemplargebiet der HLB erscheinen.
Derzeit hat die HLB Fulda am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz ca. 450.000 Medieneinheiten in ihrem Bestand, davon 77.000 Bände aus der Zeit vor 1900. Darunter sind 431 Inkunabeln (Drucke vor 1500) und fast 10.000 Bände des 16. und 17. Jahrhunderts. Hinzu kommen 836 Handschriften, ferner Urkunden, über 8.000 Musikalien, Karten, Stiche usw. Weiterhin werden ca. 1.400 meist deutschsprachige wissenschaftliche und allgemeinbildende Zeitschriften und zahlreiche Tageszeitungen gehalten.
Ergänzt werden diese Bestände durch ein umfangreiches Angebot an elektronischen Volltextzeitschriften und –datenbanken; derzeit sind rund 3.200 Titel, zum Großteil über das HeBIS-Konsortium, abonniert.
Die HLB Fulda ist Depotbibliothek für den Fuldaer Geschichtsverein und den Verein für Naturkunde in Osthessen, d.h. die beiden Vereine haben ihre Bestände zur Aufbewahrung und Nutzbarmachung übergeben. Auf diese Weise sind hier in Fulda beachtliche Spezialsammlungen zur Landes- und Naturkunde zusammengekommen und können in der HLB eingesehen und ausgeliehen werden.
Online-Katalog (http://opc4.uni-giessen.de/IMPLAND=Y/SRT=YOP/LNG=DU//DB=52/):
Sämtliche Medien ab Erwerbungsjahr 1986, zunehmend auch ältere Titel sowie sämtliche Zeitschriften und Zeitungen
Bestand des Standortes Heinrich-von-Bibra-Platz, d.h. ehemalige Landesbibliothek, der noch nicht im Online-Katalog recherchierbar ist:
Retro-Katalog (http://retro.hebis.de/index.html?ic=2176):
Bestand 1974-1986 (AK I) und Bestand bis 1973 (AK II)
Zettelkataloge:
Bestand bis ca. 1850: Handgeschriebener Alphabetischer Katalog
Musikalien: separater Zettelkatalog
Regionalliteratur: Kapselkatalog
Noten: Kapselkatalog
Sachkataloge bis 1995
Eine Bestellfunktion im Online-Katalog ist eingerichtet. Eine Bestellung ist rund um die Uhr möglich; dazu wird der Leseausweis und das Passwort benötigt.
Die Bestände im Freihandbereich sind frei zugänglich.
Fernleihbestellungen für Bibliotheksbenutzer sind online möglich.
Adresse:
Hochschul- und Landesbibliothek Fulda
Heinrich-von-Bibra-Platz 12
36037 Fulda
Kontakt:
Telefon: 0661/9640-970
Telefax: 0661/9640-954
E-Mail: hlb@hlb.hs-fulda.de
Internet: http://www.fh-fulda.de/hlb/
Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag 9.30 Uhr – 17 Uhr
Freitag 9.30 Uhr – 18 Uhr
jeden 1. Samstag im Monat 9.30 Uhr – 12.30 Uhr
Schausammlung
Montag – Freitag 10 Uhr – 12 Uhr
Montag – Donnerstag 14 – 16 Uhr
Leitung: Frau Dr. Marianne Riethmüller