Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (Frankfurt am Main)

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Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main zählt mit ihren umfangreichen Beständen und Sammlungen zu den zentralen wissenschaftlichen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland. Sie vereinigt in sich die Funktion einer wissenschaftlichen Bibliothek für die Stadt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet, einer Universitätsbibliothek mit zahlreichen Landesaufgaben und einer Schwerpunktbibliothek für die Geisteswissenschaften innerhalb der überregionalen Literaturversorgung.

Ursprünglich nur wissenschaftliche Stadtbibliothek übernahm sie mit der Gründung der Johann Wolfgang Goethe-Universität, 1914, die Literaturversorgung für diese Institution. Nach dem 2. Weltkrieg, in dem das Bibliotheksgebäude an der Schönen Aussicht und mehr als die Hälfte ihrer Bestände verloren gingen, wurde sie mit der Rothschild'schen Bibliothek, der Bibliothek für Kunst und Technik, der Medizinischen Zentralbibliothek und dem Manskopf'schen Museum für Musik- und Theatergeschichte zur Stadt- und Universtitätsbibliothek Frankfurt in der Trägerschaft der Stadt neu konstituiert.

Mit Bezug des Neubaus an der Bockenheimer Landstrasse, 1964, wurde die Senckenbergische Bibliothek, als Einrichtung des Landes Hessen, unter einem gemeinsamen Dach in dieses Konzept mit einbezogen.

Mit Abschluss des Kulturvertrages aus dem Jahr 1999, geht die Trägerschaft stufenweise bis zum 1.1. 2005 von der Stadt Frankfurt an das Land Hessen über.

Kurze Geschichte der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

  • 1484 Anlässlich einer Pilgerreise nach Jerusalem vermacht der Frankfurter Patrizier Ludwig von Marburg zum Paradies dem Rat der Stadt seine Büchersammlung, die 1527 mit der Ratsbibliothek vereinigt wird
  • 1603 Pflichtexemplarverordnung
  • 1668 Zusammenlegung mit der Bibliothek des ehemaligen Barfüßerklosters
  • 1728 erscheint der erste gedruckter Katalog von Johann Jakob Lucius mit 32.000 Titeln
  • 1825 Bezug des mit Stiftungsgeldern Frankfurter Bürger finanzierten Neubaus von Johann Christian Friedrich Hess, d.J. an der Schönen Aussicht
  • 1830 Umfassende Neuorganisation der Bibliothek durch Johann Jakob Böhmer. Übernahme von 20.000 Bänden aus den 1803 säkularisierten Klöstern, darunter- neben 400 mittelalterlichen Handschriften und zahlreichen Inkunabeln- auch die 42-zeilige Gutenberg-Bibel
  • 1864 Friedrich Clemens Ebrard formt die Bibliothek zu einer modernen, wissenschaftlichen Gebrauchsbibliothek, Bestand 366.000 Bände
  • 1914 Gründung der Universität, die Bibliothek übernimmt Funktionen einer Universitätsbibliothek
  • 1927 Richard Oehler wird Direktor der Städtischen und Universitätsbibliotheken Frankfurt a.M.; wiederholt Planungen für einen zentralen Neubau. Der Bestand ist auf über 800.000 Bände angewachsen und ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder durch bedeutende Schenkungen Frankfurter Bürger vermehrt worden. Die Bibliothek gehört jetzt mit ihren zahlreichen Spezialsammlungen, insbesondere Judaica und Hebraica, zu den bedeutenden wissenschaftlichen Bibliotheken.
  • 1933-45 Tiefer Einschnitt in der Nazizeit: Stop der Neubaupläne, Sperrung von Teilbeständen, Entlassung von Mitarbeitern
  • 1943 Die Auslagerung der Bibliothek nach Mittwitz/Oberfranken kommt zu spät: ein Grossteil der Bestände geht verloren, das Bibliotheksgebäude wird bis auf den Portikus zerstört.
  • 1945 Mühsamer Neubeginn als Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt durch Zusammenlegung mit der Rothschild'schen Bibliothek, der Bibliothek für Kunst und Technik, der Medizinischen Zentralbibliothek und dem Manskopf'schen Museum für Musik- und Theatergeschichte. Unter der Leitung von Hanns Wilhelm Eppelsheimer gewinnt die Bibliothek rasch an Bedeutung zurück, nicht zuletzt auch durch Übernahme zahlreicher Landesaufgaben und überregionaler Aktivitäten: Hess. Bibliotheksschule (1946), Hessischer Zentralkatalog (1950), Betreuung von 12 Sondersammelgebieten (1950), Bibliographie der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (1957)
  • 1958 wird Clemens Köttelwesch dessen Nachfolger, der den Neubau der Bibliothek energisch vorantreibt. In das nach Plänen von Ferdinand Kramer errichtete und in seiner Konzeption völlig neuartige Gebäude auf dem Campus der Universität zieht die Senckenbergische Bibliothek 1965 mit ein.
  • 1977 Bezug eines Ausweichmagazins in Fechenheim; die Bibliothek übernimmt die Aufgabe eines regionalen Zentrums der Handschriftenkatalogisierung
  • 1978 Klaus Dieter Lehmann forciert die Entwicklung zur benutzungsintensiven Großbibliothek ; er initiiert als neuer Leiter das Konzept der Bibliothek als Massen- und Forschungsbibliothek mit der konsequenten Erschließung und Automatisierung der Bibliothek (Hessisches Bibliothekssystem HeBIS); Aufbau eines Zentrums für Gelehrtennachlässe der Frankfurter Schule
  • 1988 Berndt Dugall übernimmt die Leitung der Bibliothek und setzt die Automatisierung in allen Bereichen der Bibliothek durch. In der sich abzeichnenden Entlassung der Bibliothek aus der Trägerschaft der Stadt Frankfurt in die des Landes Hessen enge Zusammenarbeit mit der Universität, dort wird ein regionales Bibliotheksrechenzentrum aufgebaut
  • 1999 Einweihung des zweigeschossigen unterirdischen Büchermagazins unter der Zeppelin-Allee mit einem Fassungsvermögen für 2,1 Mio. Bände. Auszug aus dem ehemaligen Bücherturm der Deutschen Bibliothek. Erstmals seit 22 Jahren sind wieder alle Bestände direkt von der Bibliothek aus zu erreichen
  • 2005 Kulturvertrag zwischen der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen tritt in Kraft; die Bibliothek wird am 1.1. 2005, nach über 500 Jahren, in die Trägerschaft des Landes Hessen übergehen.

  • Abteilung Frankfurt

    Die Frankfurt-Abteilung der Universitätsbibliothek betreut die Sammlung Frankfurt und weitere wertvolle Sonderbestände der Bibliothek, welche nur in der Abteilung Frankfurt benutzt werden können.

    Die Sammlung Frankfurt umfasst:
    Literatur über Frankfurt
    Frankfurter Drucke 1511 - 1800
    Frankfurter Zeitungen
    Frankfurter Vorlesungsverzeichnisse 1900 - heute
    Frankfurter Adressbücher 1834 - heute
    Sammlung Struwwelpeter und Struwwelpeteriaden
    Frankfurter Kalender, Kalender mit Frankfurt-Motiven

    Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Telefonnummern

    Der Lesesaal der Frankfurt-Abteilung befindet sich im 3. Obergeschoß der Bibliothek und gehört zu Lesesälen mit besonderen Öffnungszeiten:

    Montag, Dienstag 10.00 - 16.30 UHR
    Mittwoch 10.00 - 19.00 Uhr
    Donnerstag, Freitag 10.00 - 16.30 Uhr
       
    Telefon: (069) 212-39-248 (Lesesaalauskunft)
      (069) 212-39-007/391 (Abteilungsleiter)
    Fax: Fax: (069) 212-37-398
    Email: ls-frankfurt@stub.uni-frankfurt.de

    Benutzungshinweise

    Der überwiegende Teil der Bücher kann nicht direkt eingesehen werden, sondern befindet sich in Magazinen und muss ein bis zwei Tage vorher bestellt werden. Auswärtige Benutzer sollten sich deshalb vorher per Post, Fax oder E-Mail nach den Büchern erkundigen oder sich mit einem der Ansprechpartner in Verbindung setzen. Fernleihe der Originale ist in vielen Fällen nicht möglich!