Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt ist zentrale Universitätsbibliothek der Technischen Universität Darmstadt, bestehend aus dem zentralen Innenstadtstandort im Schloss, einer Zweigbibliothek auf dem Campus der TU und mehreren Teilbibliotheken.

Darüber hinaus fungiert sie als wissenschaftliche Universalbibliothek für die Bevölkerung Darmstadts und Südhessens sowie für die hier angesiedelten Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, Behörden, Kulturinstitute und Betriebe. Etwa 30 % der über 33.000 eingetragenen Benutzer kommen als Regionalbenutzer aus der Stadt und der Region.

Hierzu gehört auch eine besondere Funktion als Informationsvermittlungsstelle im Bereich der Patentinformation, die eine seit Jahren zunehmend wichtige Rolle für die Klein- und Mittelbetriebe des Großraums Rhein-Main-Neckar spielt. Als zentrale Anlaufstelle für Patentrecherchen wird das Patentinformationszentrum auch von Großbetrieben intensiv genutzt.

Hinzu kommt (seit 1805) die Aufgabe als Pflichtexemplarbibliothek für den Bereich Südhessen und die Region Gießen.

Sammelschwerpunkte sind: naturwissenschaftlich-technische Werke und Zeitschriften, insofern es sich um den Literaturbedarf der Technischen Universität handelt; geistes- und gesellschaftswissenschaftliche sowie landeskundliche Literatur, um den Bedürfnissen der Besucher aus der Region gerecht zu werden.

Außerdem ist sie Forschungsbibliothek für alle historisch orientierten Wissenschaftsgebiete aufgrund der reichhaltigen Sammlung historisch wertvoller Buchbestände, Musikalien und Karten, die in gesondert ausgewiesenen Spezialsammlungen erschlossen und dem Besucher zugänglich gemacht werden. In diesem Zusammenhang spielt auch die Bestandserhaltung (Restaurierung und Konservierung) eine zentrale Rolle. Die Restaurierwerkstatt der ULB ist die größte in Hessen.

Kurze Geschichte

Den Grundstock der Darmstädter Bibliothek bildet die Büchersammlung des Landgrafen Georg I. (1547 - 1596), die dieser nach der Teilung Hessens bei Regierungsantritt (1567) von Kassel mit nach Darmstadt brachte. Das Jahr 1568, in dem die ersten Bücherkäufe des Landgrafen zur Erweiterung dieser Sammlung belegt sind, wird als Begründungsdatum der Darmstädter Hofbibliothek angenommen.

1685 fand die Hofbibliothek in den drei Zimmern des oberen Geschosses im Glockenbau erstmals geschlossen Aufstellung. 1717/18 erfolgte die Neuaufstellung und Katalogisierung der Sammlung durch Johann Philipp Jung.

Den größten Zuwachs und ihre Glanzzeit erlebte die Bibliothek unter Ludwig X., dem späteren ersten Großherzog von Hessen-Darmstadt (1753 - 1830). Ludwig setzte sich u.a. durch den gezielten Erwerb von Privatbibliotheken für die Vermehrung des Bibliotheksbestandes ein. Zudem fällt in die Zeit seiner Regentschaft die Säkularisation von 1803, durch die eine Reihe von Klosterbibliotheken in die Hofbibliothek gelangten. Diese Bestände wurden durch die Sammlung des Kölner Barons Johann Wilhelm Adam Hüpsch (1750 - 1805) ergänzt, die als Vermächtnis nach dessen Tod 1805 an Ludwig fielen. Sie enthielt mehr als 4000 Handschriften und Druckwerke, die Hüpsch aus klösterlichem Besitz an sich gebracht hatte.

1817 öffnete sich die Hofbibliothek für das Publikum. Nach dem Willen Ludwigs sollte sie ein einheitliches Ganzes bilden. Mit der dafür notwendigen grundlegenden Neuordnung und Neuaufstellung der umfangreichen Bestände wurde Andreas August Ernst Schleiermacher beauftragt (Hofbibliothekar von 1811 - 1830). Er erarbeitete einen systematischen Katalog von solcher Qualität, wie ihn kaum eine andere große Bibliothek jener Zeit besaß. Bei dem auch weiterhin mit großer Energie betriebenen Bestandsaufbau achtete man von nun an darauf, alle Wissenschaftsgebiete möglichst gleichmäßig auszubauen.

1871 wurde die Großherzogliche Militärbibliothek und 1873 die Musikalien der Hofmusikbibliothek in die Hofbibliothek überführt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1902) hatte die Darmstädter Bibliothek einen Bestand von 454.000 Bänden und zählte zu den 9 größten Bibliotheken des Deutschen Reiches.

1920 erhielt sie den Titel „Hessische Landesbibliothek“.

1921 konnte die Bibliothek des Landestheaters und 1931 die Bibliothek des Hessischen Gewerbemuseums übernommen werden. Auf diesem Wege gelangte auch die Patenschriftenauslegestelle ins Schloß.

Die bislang größte Zäsur in der Geschichte der Darmstädter Bibliothek setzte 1944 der große Bombenangriff auf Darmstadt: Über 50 % der Bestände verbrannten (ca. 400.000 von 720.000 Bänden). Ein ähnliches Schicksal erlitt die 1872 gegründete Bibliothek der Technischen Hochschule. Sie wurde um 2/3 ihres Bestandes dezimiert (ca. 80.000 von 120.000 Bänden). Darum wurde durch Erlaß des Hessischen Ministers für Kultus und Unterricht vom 16. Juli 1948 die Zusammenlegung der Hessischen Landesbibliothek mit der Bibliothek der Technischen Hochschule zur "Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt" verfügt.

Die vereinigte Bibliothek behielt ihren traditionellen Standort im Neuschloss, das in Etappen bis 1958 wieder aufgebaut wurde.

Mit Wirkung zum 24. Februar 2004 änderte die Bibliothek ihren Namen in "Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt" (ULB). Vier Jahre nach der organisatorischen Einbindung in die TU wurde damit auch in der Namensgebung die Zugehörigkeit vollzogen und die Funktion als zentrale Universitätsbibliothek hervorgehoben.

Bestandsübersicht

Gesamtbestand Druckwerke: 3 734 315
davon Patente/Normen: 1 941 019
Mikromaterialien / AV-Medien: 8 427 067
davon Patente/Normen: 2 604 684
Elektronischer Bestand: 14 842
Handschriften: 8 660
davon Musikhandschriften: 4 570
Inkunabeln 2 050
Autographen 4 987
Nachlässe 140
Laufende Zeitschriften 6 379

Kataloge und Bestellungen

OPAC, Retro-Kat. vor 1987 und Retro-Kat. vor 1900
Vereinigt mit HEBIS-Verbundkatalog und überregionalen Katalogen zum Rechercheportal Digitale Bibliothek Darmstadt
Online-Fernleihe
Zahlreiche interne Kataloge der Sondersammlungen
Online-Bestellungen auf alle elektronisch erfaßten Bestände möglich
Bereitstellung i.d.R. je nach Uhrzeit innerhalb 2 Stunden bzw. am nächsten Tag; Ausnahmen Bestände in Ausweichmagazinen

Adresse:

Universitäts- und Landesbibliothek
Schloss
64283 Darmstadt
Tel. 06151/16-5801/16-5800
Fax: 06151/16-5897
Internet: http://elib.tu-darmstadt.de/ulb
E-mail: auskunft@ulb.tu-darmstadt.de